Orthopädietechnikverband kritisiert geplante Kürzungen bei Hilfsmitteln
Die Bundesregierung plant, die Vergütung für Hilfsmittel zu kürzen. Ein entsprechender Kabinettsbeschluss zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 29. April sieht einen pauschalen Abschlag von drei Prozent für 2027 und 2028 vor. Das soll helfen, die prekäre finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zu verbessern.
Der Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik (BIV-OT) kritisiert das Vorhaben und weist es als nicht zielführend zurück. Ihm zufolge ist die Lage bei der Versorgung vieler Patienten bereits angespannt. In einer Pressemitteilung wird in diesem Zusammenhang der Fachkräftemangel angeführt, der im orthopädietechnischen Bereich mit durchschnittlich zwölf Bewerbern auf 100 offene Stellen massiv sei. Hinzu komme erhebliche Belastung durch Bürokratie. Die Betriebe müssten sich an Vorgaben von bis zu 700 Verträgen mit Krankenkassen halten, um die Versicherten mit Hilfsmitteln versorgen zu dürfen. Die Folge seien lange Wartezeiten, verzögerte Versorgungen und wachsende Lücken im System.
Verband: Ausgerechnet die Schwächsten betroffen
“Betroffen sind genau die Menschen, die auf funktionierende Strukturen angewiesen sind”, schreibt der Verband und führt mehrfachbehinderte Kinder, Menschen mit angeborenen Fehlbildungen oder nach Amputation, Querschnittgelähmte, Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen oder Menschen nach Unfall, Tumor, Verbrennung oder mit Schwerstverletzungen auf.
Laut BIV widerspricht die geplante Kürzung der eigenen Analyse der Finanzkommission Gesundheit. Demnach gehöre der Hilfsmittelbereich nicht zu den Kostentreibern der GKV und Die Ausgabenentwicklung liege seit Jahren unter dem Durschschnitt. “Hier wird Disziplin bestraft und die orthopädietechnischen Betriebe und Sanitätshäuser zum Prügelknaben gemacht”, betont BIV-OT-Präsident Alf Reuter.